Montag, 22. Juni 2026

Metal Factory since 1999

LP/CD-Reviews (6013)

JAYLER kommen mit «Voices Unheard» und tragen dabei die Last, die jede junge Classic Rock Band mit sich bringt: die unvermeidlichen Vergleiche mit Led Zeppelin. Die Reaktionen der Presse haben das bereits deutlich gemacht – eine Rezension schlug sogar vor, Zep-Fans könnten dieses Album blind kaufen. Und ja, die DNA lässt sich unmöglich ignorieren. Aber diese jungen Briten auf blosse Nachahmer zu reduzieren, geht völlig am Kern der Sache vorbei.

NARNIA – X

Freitag, 29. Mai 2026
Es gibt nur ganz wenige Bands, deren Alben mich dazu "zwingen", ihnen regelmässig über neun Punkte zu vergeben. Zu diesem erlauchten Kreis gehören die christlichen Heavy Metaller NARNIA. Und auch 2026 nötigen sie mich mit ihrem neustem musikalischen Gebet zu diesem Schritt.
BLOODY VALKYRIA eröffnen ihr neues Album «Requiem: Reveries Of The Dying» mit «Symphony Of Silence» - und für einen kurzen Moment könnte man meinen, versehentlich den Soundtrack einer Wal-Dokumentation oder eine Yoga-Meditations-Playlist gestartet zu haben, die dem Wal Timmy/Fridolin gewidmet ist.

HOKKA – Via Miseria IV

Freitag, 29. Mai 2026
«Via Miseria IV» versprüht einen leicht arroganten Charme, als wäre HOKKA bewusst, wie durchdacht und wirkungsvoll ihr Sound ist. Stellt Euch eine nächtliche Küchensession vor, bei der jemand einen Hauch von Robbie Williams, eine Prise ABBA und eine grosszügige Portion The Rasmus zusammenwirft und alles zu einer glänzenden, emotionsgeladenen Hitformel vermischt.

SAVAGE MANIA – Demonic Assault

Donnerstag, 28. Mai 2026
Als Label versucht man ja immer sein Produkt an den Mann zu bringen. Aber das Debüt dieser Schweden gleich auf Augenhöhe mit den Klassikern von Kreator, Destruction, Sodom, Tankard oder Exumer zu stellen, ist doch masslos übertrieben.
«Infinite Illumination», das sechste und angekündigt auch letzte Werk von SPIRIT ADRIFT, besitzt eine Schwere, die es sofort von der Masse der retro-orientierten Heavy Metal Bands abhebt. Anstatt der Nostalgie hinterherzujagen, verfeinert das in Austin ansässige Projekt sie zu etwas Persönlichem: ein Album, das sich wie ein Abschlusskapitel anfühlt, das mit bewusster Wucht geschrieben wurde.
Wir haben es hier mitnichten mit einem neuen Studio-Album von ELVENKING zu tun. «Rites Of Disclosure» ist vielmehr ein Begleitwerk und ein Epilog zur «Reader Of The Runes» Trilogie. Die ursprüngliche Idee entstand aus dem Wunsch, mehreren zwischen den Trilogie-Kapiteln entstandenen Singles erstmals eine physische Veröffentlichung zu geben, schreibt das Label.
Im Herbst 2025 schalteten ATREYU ihren Instagram-Account auf ein schwarzes Bild mit dem Text «R.I.P.» um – ein bewusst inszenierter Countdown, der mit der ersten Single «Dead» endete. Das Ende einer Ära, oder zumindest das Ende eines Images. Angekündigt wurde das bisher härteste und abenteuerlichste Werk der Bandgeschichte. Die Erwartungen ihrer Fangemeinde waren entsprechend gespalten – und das aus gutem Grund.
Das kanadische Duo CROWN LANDS, bestehend aus Gitarrist/Bassist/Keyboarder Kevin Comeau und Schlagzeuger/Sänger Cody Bowles, stellt hier ihr spannendes, neues Werk vor. Wobei Sänger Bowles mit seiner starken, klaren, meist hohen Stimme schon sehr an den Angel-Shouter Frank Dimino erinnert. Angel waren eine Hard Rock Band aus den Staaten, die in den 70ern gross wurde.
Die norddeutschen Thrasher von EXTINCT legen mit einem Intro vor, welches selbst Iced Earth bestens zu Gesichte gestanden hätte. Danach fliegen aber die Motten aus dem Teppich. Die Jungs um den singenden Bassisten Helge Hentrop lassen die Haare kreisen und kennen keine Geschwindigkeits-Begrenzung. Dies, obschon sie immer wieder gekonnt kleine Breaks einbauen.
Der 29-jährige Italiener MATTEO MANCUSO aus Palermo kehrt hier mit seinem zweiten Album zurück. Unterstützt wird Matteo von Stefano India am Bass und Giuseppe Bruno am Schlagzeug. Geboten werden neun Instrumental-Songs, meist sehr verspielt mit Fusion-, Rock- und Jazz-Einflüssen.

SINCE THE DEATH – Entangled

Mittwoch, 27. Mai 2026
«Entangled» ist alles andere als eine traditionelle Black Metal Interpretation von SINCE THE DEATH. Der schwedische Multiinstrumentalist Oscar Rask aus Linköping beweist auf diesem Album nicht nur sein Können, sondern auch, wie vielfältig ein Sub-Genre ausgelegt werden kann und wie stark sich das auf die projizierte Stimmung auswirkt.
Seit dem letzten Album « Under A Godless Veil» sind nicht nur sechs Jahre vergangen, sondern es hat sich auch in Sachen Besetzung viel getan. Niklas Nord an der Gitarre und Daniel Johansson an den Drums sind neu dazugestossen und mit Sängerin Lisa Johansson ist auch eine Rückkehrerin zu vermelden. Das achte Album zeigt trotzdem eine gefestigte Band, welche genau weiss, wie sie zu klingen hat. Wer glaubte, die neuerlichen Besetzungswechsel würden das Fundament von DRACONIAN ins Wanken bringen, wird mit «In Somnolent Ruin» eines Besseren belehrt.
Mit «Expedition III: Renitenzpfad» setzen ANTRISCH ihre konzeptuelle Reise fort. Doch diesmal weicht die kalte Isolation früherer Veröffentlichungen etwas weitaus Beklemmenderem: dem feuchten, bedrückenden Wahnsinn des Amazonas und dem Geist von Lope de Aguirre.
«The Trouble With The Shovell» wirkt fast schon trotzig anachronistisch. Während der Grossteil des modernen Rocks nach Perfektion, Atmosphäre oder konzeptioneller Tiefe strebt, setzen ADMIRAL SIR CLOUDESLEY SHOVELL ganz auf Rauheit, Lautstärke und die heilige Einfachheit des Riffs. Und dieses hartnäckige Bekenntnis fühlt sich sieben Jahre nach ihrer letzten Veröffentlichung irgendwie erfrischender an denn je.
Ich bin eigentlich ein grosser Fan von Space- und Psychedelic-Musik – besonders Bands wie Naxatras oder auch My Sleeping Karma treffen genau meinen Geschmack. Mit «Beyond The Beyond» tauchen THE COSMIC DEAD erneut kopfüber in ihr charakteristisches Universum aus ausuferndem, halbimprovisiertem Space Rock ein – doch diesmal fühlt sich die Reise eher anstrengend als lohnend an.
Im Zentrum von INGESTED stehen seit fast zwanzig Jahren die Gründungs-Mitglieder Sean Hynes (Gitarre, Co-Gesang) und Lyn Jeffs (Schlagzeug), das kreative Rückgrat, dessen Vision, Chemie und unermüdlicher Antrieb die Band seit dem ersten Tag beflügeln. Das Duo wird ergänzt durch Gitarrist Andrew Virrueta, der auch Gesangs-Parts beisteuert, und Bassist Thomas O’Malley, die eine Besetzung vervollständigen, die das wohl dynamischste und beeindruckendste Werk der Band hervorbringt.
Mit ihrem Debüt «Lore» legten THE NARRATOR einen soliden Grundstein – ein Album, das allerdings noch zwischen Genre-Standards pendelte und einen eigenen Stil vermissen liess. Der Labelwechsel zu Nuclear Blast Records erhöhte den Erwartungsdruck spürbar. Zwei Jahre später kehren die Ruhrgebietler mit «Phosphor» zurück. Die Frage steht im Raum: Haben sie ihr Alleinstellungsmerkmal gefunden?
Es gibt Alben, die sofort mit voller Wucht einschlagen. Und dann gibt es Werke wie «Your Favorite Toy», die sich erst langsam entfalten, dabei aber von Durchlauf zu Durchlauf wachsen. FOO FIGHTERS setzen diesmal weniger auf rohe Stadion-Energie, sondern stärker auf Atmosphäre, Melodie und emotionale Zwischentöne. Trotzdem bleibt jederzeit klar, wer hier spielt.
DRAKEN aus Oslo präsentieren hier ihr neuestes Werk. Der Opener «The Great Deceiver» setzt direkt ein Statement: Massive, tief gestimmte Riffs treffen auf zunächst klare, später zunehmend aggressive Vocals. Ein kraftvoller Einstieg, der die stilistische Bandbreite andeutet.
Während sich alle mit Metallicas «Kill’em All» vergnügten, stand ich eher auf die erste Scheibe von SLAYER. «Show No Mercy» war für mich so etwas wie der Einstieg in die aufkeimende Thrash Welle, bis ich mich dann völlig bei Megadeth, Overkill, Testament, Flotsam & Jetsam, Heathen, Anthrax, Exodus, Sacred Reich und anderen vergnügte.
Hmm..., so sehr ich mich auch auf einen Release dieser Truppe freue, so stelle ich mir hierbei einige Fragen. Der Sound erklingt nicht wirklich remastered, eventuell etwas weniger "staubig" oder "körnig" als auf dem Original von 1991. Eventuell kann man den Gesang etwas besser differenzieren – aber das wars dann auch schon.
Black Metal bot schon immer Raum für Theatralik, Provokation und eine überlebensgrosse Bildsprache. Gut und schön. Aber es gibt einen Unterschied zwischen dem Schaffen von etwas Beunruhigendem und Einprägsamen und dem blossen Stehen vor dem Spiegel mit dem Gedanken: "Mehr Corpse Paint und Satan sollten das Problem wohl lösen." ISEGRIM, 1999 erstmals veröffentlicht und nun auf Vinyl neu aufgelegt, fällt oft eindeutig in die letztere Kategorie.

CREMATORY – Greatest Hits

Samstag, 23. Mai 2026
Braucht es in Zeiten von Spotify und YouTube noch Best-Of’s, wenn man doch so leicht eigene Playlists erstellen kann? Meiner Meinung nach nicht, und da ist es mir egal, ob die Band Helloween, Priest oder eben Crematory heisst. Zu einem weiteren Kritikpunkt komme ich später auch noch und der hat es in sich!
Wie hat Rönu doch so treffend in seiner Victorius Review vor einem Monat erwähnt? Dass ich mich nicht gerade über die Aussage des Sängers gefreut habe, der meinte: "Wir sind Victorius und wir spielen Power Metal". Dass mir nur meine Gesichtszüge entglitten sind, kommt einem Kosenamen gleich, denn ich stand kurz davor die Truppe von der Bühne zu holen und, für die frevlerische Aussage, Abbath zum Frass vorzuwerfen. Nein, es war Gotteslästerung in Reinkultur, denn was bitte schön haben Victorius mit Power Metal zu tun? Wahrscheinlich so viel wie Journey mit Death Metal, nämlich rein gar nichts!
"Keine Frage: Qualität muss immer vor Quantität gehen", erklärt DIMMU BORGIRs Silenoz mit ruhiger Gewissheit. "Wir setzen uns zwar irgendwann Deadlines, aber in der Anfangsphase eines neuen Albums gibt es überhaupt keine Zeitpläne. Eile bedeutet uns nichts. Die kraftvollste Black Metal Kunst lässt sich einfach nicht erzwingen, ohne ihre Essenz zu verlieren." Nun, ob man mit siebzig Minuten Spielzeit diesem Credo wirklich gerecht wird?

UNZUCHT – Neon Dom

Freitag, 22. Mai 2026
Spannend und eingängig musizieren die Deutsch-Rocker UNZUCHT auf ihrem neuen Album. Dieses bewegt sich irgendwo zwischen Industrial Metal und Gothic. Die Plattenfirma nennt das schlicht Dark Rock – wieso auch nicht?
Sie geraten leider immer wieder in Vergessenheit, die dänischen ARTILLERY. Dabei hatten sie 1985 mit dem Debüt-Album «Fear Of Tomorrow» einen meisterlichen Einstieg in die Szene, welcher mit dem dritten und besten Werk «By Inheritance» (1990) gefestigt wurde.
Ich musste einfach mit Titel sieben anfangen. Warum? Weil es «Wicked Game» war – ein Song, den ich wirklich liebe und der kürzlich von einer meiner Lieblingsband The Basement Saints gecovert wurde. Die Erwartungen waren daher vielleicht etwas zu hoch. Leider stellte sich schnell Enttäuschung ein.

CAGE FIGHT – Exuvia

Donnerstag, 21. Mai 2026
Mit «Exuvia» legen CAGE FIGHT ein Album vor, das keine Gefangenen macht. Die Band kombiniert Hardcore-Wucht, Thrash-Energie und moderne Metal-Grooves zu einem aggressiven Gesamtpaket, das vom ersten Moment an auf maximale Intensität ausgelegt ist. Dabei wirkt die Platte aber nie chaotisch oder ziellos – vielmehr steckt hinter der brachialen Fassade erstaunlich viel Präzision.

WHIRLWIND – 1640

Donnerstag, 21. Mai 2026
Kommt die Frage nach Bands auf, welche wie Running Wild klingen kommen mir spontan X-Wild, Blazon Stone und mit Abstrichen Lonewolf in den Sinn. Mit WHIRLWIND aus Spanien mischt nun noch eine weitere Band mit.

AVON – Black On Sunshine

Donnerstag, 21. Mai 2026
AVONs «Black On Sunshine» kommt mit all den richtigen Schlagworten daher: Wüsten-Rock-Rauheit, psychedelische Anklänge, Verbindungen zu Kyuss und Queens Of The Stone Age. Doch das Hörerlebnis wird diesem Versprechen selten gerecht. Was sich stattdessen entfaltet, ist ein Album, das sich hartnäckig im ersten Gang festgefahren anfühlt und sich auf Wiederholungen wie auch Rohheit als Ersatz für echte Tiefe im Songwriting verlässt.
Der europäische Power Metal hat mir in letzter Zeit etwas Sorge bereitet. Bands wie Battle Beast, Beast In Black oder Angus McSix übertreffen sich förmlich mit völlig übertriebenen Pop-Keyboard-Zuckerguss Attacken, so dass man sich phasenweise in einer härteren Version von Modern Talking wähnte. Zum Glück gibt es auch heute aber noch Bands, die hier mächtig Gegensteuer geben.
Seit gut 18 Jahren steht die Band NECROTTED, wie fast keine andere ihres Genres, für mitreissende Melodien bei gleichzeitig gnadenloser Geschwindigkeit und Brutalität.
Wenn man sich «Gloomy, Eerie And Weird» anhört, versteht man sofort, warum sich THE MUGSHOTS schon so lange in der Underground-Szene behaupten. Hinter diesen Songs stecken Erfahrung und ein Sinn für verspielte Theatralik, die verhindern, dass das Album zu düster oder zu ernst wird.
Bei Namen wie "Doedsadmiral" und "Antichristian" erwartet man fast schon eine Gruppe karikaturhaft böser Schurken, die zwischen rituellen Opfern ihre Dreizacke schärfen und für ihre Auftritte proben. Das dramatisch düstere Coverbild dämpft diese Erwartungen keineswegs, sondern fordert geradezu dazu auf, alles sehr, sehr ernst zu nehmen. Glücklicherweise (oder unglücklicherweise) verzichten Dødsvangr auf das Cosplay und liefern mit «Within The Flesh» etwas weitaus Überzeugenderes ab.
Ich bin ja gar kein Fan von irgendwelchen Musikpreisen, aber wenn eine Newcomer Thrash Band mit ihrem Debüt, in diesem Fall ERADIKATED, für einen schwedischen Grammy nominiert wird, darf man schon anerkennend den Hut ziehen. Drei Jahre später hat man nun den Nachfolger bereit, welcher erneut ein veritabler Nackenbrecher geworden ist.

LYNX – Trinity Of Suns

Dienstag, 19. Mai 2026
Die Band LYNX aus Giessen (D) leget hier ihr zweites Album vor. Und wieder rockt man mit starkem 70er-Flair, was schon der Eröffnungs-Song «Voyager» zeigt. Erinnert etwas an die Anfangszeiten von Iron Maiden, was das Instrumentale betrifft.
Mit «Survive/Yourself» schärfen DEMONS MY FRIENDS ihre Identität zu etwas, das zugleich vertraut und beunruhigend persönlich ist. Das Trio setzt auf einen dichten, heruntergestimmten Sound, der Anklänge an den Alternative Rock der 90er-Jahre aufgreift, sich jedoch weigert, in Nostalgie zu versinken. Stattdessen bewegt sich das Album mit einer bewussten Schwere: Langsam aufbauende Riffs prallen auf Ausbrüche von Dringlichkeit, während die Rhythmusgruppe alles in einem dichten, beinah tanzbarem Groove verankert.
SUNCRAFTts «Welcome To The Coven» erschien erstmals im November 2025, doch die Vinyl-Veröffentlichung im April 2026 verleiht dem Album ein wohlverdientes zweites Leben – es gehört definitiv auf Vinyl. Es ist ein lautes, schnelles Rock-Album ohne Schnickschnack, das perfekt geeignet ist, um Frustration in Bewegung umzuwandeln.
Die finnischen Melodic Death Metaller TORCHIA haben bereits 2024 mit ihrem Power-Album «Arcane Magicae» fulminant auf die Pauke gehauen. Ihr aggressiver, von Thrash geprägter Ausbruch melodischen Death Metals, besticht durch extreme Glaubwürdigkeit.

VENOM – Into Oblivion

Montag, 18. Mai 2026
Meine dunklen Brüder aus Newcastle haben mit den ersten drei Alben für Furore gesorgt und die Metal-Welt in Angst und Schrecken versetzt. «Welcome To Hell», «Black Metal» und «At War With Satan» sind Meilensteine des Heavy Metals und haben bereits 1981 das Korsett dieses Stils erweitert.
Mit dem Ausstieg von Mitbegründer und Clean-Vocalist Ahren Stringer stand eine Frage über allem: Können THE AMITY AFFLICTION noch The Amity Affliction sein? Ihr zehntes Album «House Of Cards» gibt darauf keine eindeutige Antwort – aber eine interessante.

GODSTICKS – VOiD

Montag, 18. Mai 2026
Mit Progressive-Bands ist das so eine Sache. Es gibt hunderte, und einige wie eben GODSTICKS, die hier ihr bereits siebtes Album veröffentlichen, gehen da meiner Meinung nach in der Flut unter.

CONFESS – Metalmorphosis

Freitag, 15. Mai 2026
Endlich! Die Schweden CONFESS hauen ihr fünftes Album heraus und lärmen noch immer mit kernigen Riffs sowie knackigen Rhythmen. Mittlerweile ist Sänger John Elliot auch Shouter bei Crashdïet, was ihn jedoch nicht davon abhält, weiterhin auch mit Confess zu rocken.
Die Hardcore-Schwergewichte aus den USA melden sich nach elf Jahren Studiopause mit einem aggressiven Paukenschlag zurück. Auf ihrem Label-Debüt «Stone Cold Anger» zeigen sich die New Yorker PRO-PAIN von ihrer explosiven Seite: entsprechend des Titels ist die Scheibe wütend, wiegt schwer und hat nichts von ihrer Ur-Kraft eingebüsst!
Rein vom Bandnamen her würde ich ARROGANZ nicht augenscheinlich in die todesmetallische Ecke stellen, aber siehe da, ihr siebtes Album «Death Doom Punks» liefert genau das. Die Brutalität von Oldschool Death Metal trifft auf die "leck-mich-Attitüde" und die ungeschliffene Direktheit des Punks.
«Beyond The Dawn» ist das dritte Album von ANTHEA, einer Band aus den USA. Die Stimme von Diego Valadez ist gut. Juan Pina, der die Rhythmus-Gitarre spielt, ist auch für die "harsh vocals" zuständig.
Bevor die BLACK VEIL BRIDES zu einer festen Grösse im Rock-Zirkus wurden, waren sie lediglich eine düstere Vision, die sich ein Einzelkind in Cincinnati ausgemalt hatte.

SPELL – Wretched Heart

Donnerstag, 14. Mai 2026
Es ist ja traurig: Wenn ich an den 1. Mai denke, kommen wir unweigerlich die alljährlichen Ausschreitungen an den diversen Demos in den Sinn. Was das mit SPELL zu tun hat? Nun, erstens erscheint an diesem Tag das neue Album der Band, und vielleicht sollten sich einige Chaoten zuerst einmal diese Scheibe anhören, denn dann wären sie wohl tiefenentspannt und frei von dieser sinnlosen Zerstörungswut. Insofern ist das Veröffentlichungs-Datum dann also ganz gut gewählt.

RESURRECTED – Perpetual

Donnerstag, 14. Mai 2026
Endlich! RESURRECTED melden sich nach vier Jahren lautstark zurück. Ihre letzte Single ist vier Jahre her, und im Anschluss war es relativ ruhig um die Band geworden. Nun klopft uns der Fünfer um Thomas Granzow (g), Chris Mieves (v), Dennis Thiele (d), Christoph Zeller (g) und Marius Baron (b) gehörig aus dem Busch.
POISON RUÏN sind, wer sie denn kennt, für ihren ziemlich unkonventionellen Punk bekannt. Bereits das Cover-Artwork lässt wohl die wenigsten Betrachter auf eine Punkband schliessen. Nebst Punk-Rock serviert die Truppe Deathrock, abgerundet durch Dungeon-Synth mit leichten Metal-Anleihen.
Na, wenn das nicht nach Battle schreit! Auf ihrem Debüt-Album «As The Flame Withers» aus dem Jahr 2021 und dem Nachfolger «Blazing Inferno» (2024) war der Sound von YOTH IRIA klar definiert: griechischer Black Metal, angereichert mit einer Mischung aus Metal der 70er- und 80er-Jahre sowie nahöstlichen Stimmungen.
Die englische Formation GYPSY PISTOLEROS gibt nicht nur musikalisch mächtig Gas. Auch veröffentlichungstechnisch scheint man einen Lauf zu haben. Diesbezüglich begann die Geschichte aber sehr verhalten.

GUS G – Steel Burner

Mittwoch, 13. Mai 2026
Konstantinos Karamitroudis ist besser bekannt unter seinem Künstlernamen GUS G. Seine ersten Sporen verdiente sich der Grieche bei Mystic Prophecy, Dream Evil, Nightrage oder Arch Enemy ab. Aber auch seine Zeit bei Ozzy Osbourne brachte dem Gitarren-Gott zusätzliche Publicity ein.
Mit «Embers Of A Dying World» wurde das zweite Album von MYSTFALL veröffentlicht. Schon am Anfang beeindruckt die tolle Stimme von Marialena Trikoglou. Sie wurde klassisch ausgebildet und bringt auch einiges an Erfahrung von der Opern-Bühne mit. Besonders gefällt, dass die Stimme wunderbar kontrolliert und trotzdem angenehm warm klingt.

XORSIST – Aberrations

Dienstag, 12. Mai 2026
Auch wenn langjährige Fans dieses Subgenres beim Anhören des «Aberrations» Albums eigentlich eine "das habe ich doch alles schon gehört" Attitüde einnehmen müssten, wird es vermutlich anders kommen. Die schwedische Band XORSIST besticht auf ihrer dritten Platte nämlich mit feinen Details, die im vertrauten Stil verborgen sind.
‘Alles, was ein Mensch sich vorstellen kann, können andere Menschen Wirklichkeit werden lassen.’ – Jules Verne.. Zwei Jahre nach ihrem vielgelobten Vorgängeralbum «When Time Is Just A Word» kehrt die deutsche Progressive-Rockband Nautilus mit ihrem zehnten Studioalbum «A Castle Full Of Secrets» zurück.
Aus Dresden stammt dieses Power-Pop oder schlicht Rock-Quartett. Es klingt dabei in meinen Ohren ziemlich amerikanisch. The THE MELMACS hauen einem auf diesem Album schlicht zwölf schöne Lieder um die Ohren.
Mit «Life Finds A Way» zeigen FREEZES DEYNA, dass sie sich nicht auf klassische Genre-Grenzen festnageln lassen. Neben den atmosphärischen Rock-Strukturen spielt vor allem ein Element eine zentrale Rolle, das dem Album seinen eigenen Charakter verleiht: wiederkehrende Rap-Passagen.
Gut ein Vierteljahrhundert nach der Band-Gründung schmeisst das süddeutsche Trio NUCLEAR WARFARE sein siebtes Album in den Thrash-Topf. Bisher haben die Jungs es noch nicht geschafft sich in die Elite der deutschen Thrash Bands zu spielen. Dabei ist der Stil – typisch deutscher Machart, mit Bay Area Einflüssen und der richtigen Prise Melodie – eigentlich prädestiniert für den grossen Wurf.

VANSIND – Hævnen

Montag, 11. Mai 2026
Schon mit ihrem Debüt-Album «Mørket» bescherte uns die siebenköpfige dänische Folk-Formation VANSIND ein aussergewöhnliches Album. Nun, drei Jahre später, veröffentlicht die Band ihr zweites Album «Hævnen». Dieses knüpft genau da an, wo «Mørket» aufgehört hat, mit dem Unterschied, dass es noch präziser klingt.
Die finnische Band UNEARTHLY RITES war mir bis dahin kein Begriff, doch ihr neues Werk «Tortural Symphony Of The Flesh» sollte dies definitiv ändern. Ihre Death-Crust-Energie ist vom ersten Ton an spürbar, dazu eine beeindruckende Portion Experimentier-Freude, die einen grotesken Sound erzeugt und eine neue Dynamik schafft.
Nach dem Lesen des Infoblattes zum neuen Album von WHITE SKIES hatte sich bei mir eine gewisse Vorfreude eingestellt. Bands die im AOR / Melodic Rock unterwegs sind, senden meist auf meiner Wellenlänge. Den Opener angeklickt, durchgehört und dann war er auch schon wieder fertig, ohne mich auf irgend einer Ebene abzuholen.

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